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"Matona mia cara"  


Renaissancemusik am Hof in Landshut

Werke von Orlando di Lasso und Zeitgenossen


Neben München war Landshut einer der Wirkungsstätten des für die Renaissancemusik so entscheidend wichtigen Komponisten Orlando di Lasso. Er diente mit seiner Hofkapelle am Hof der Herzöge und hatte damit die Aufgabe, die Feste und Gelegenheiten der wittelsbacher Familie musikalisch zu gestalten. Dabei ging es selbstverständlich in erster Linie um die öffentliche fürstliche Repräsentation und die Bespielung von Empfängen, Festabenden und Banketten. Hier spielten die Bläser der Hofkapelle eine entscheidende Rolle. Mindestens genauso gewünscht waren seine Beiträge zur höfischen Unterhaltung, etwa der berühmten Comedia dell‘ Arte, an welcher er auch selbst immer wieder teilnahm und deren Themen er in den zahlreichen Madrigalen der Sänger immer wieder aufgriff. Daneben galt es aber auch für die Liturgie der zahlreich stattfindenden Gottesdienste Messen und Motetten zu komponieren und zu musizieren. Diese von Bläsern und Sängern auch gemeinsam (colla parte) musizierte geistliche Musik steht denn auch im Mittelpunkt des ersten Teils des Konzertes der Landshuter Hofkapelle an diesem Abend, welches sich neben den Berichten eines Erzählers im zweiten Teil den weltlichen Themen widmet.




Erstaufführung anlässlich der Landshuter Hofmusiktage 2014

Orlando di Lasso (1532-1594) Missa super Amar Donna

Die fünfstimmige „Missa super Amar Donna“ des auch häufig in Landshut weilenden Hofkomponisten der Bayerischen Herzöge, Orlando di Lasso, stammt aus dem Jahr 1579 und ist zu Unrecht eine seiner sehr selten zu hörenden Messkompositionen. Mutmaßlich verarbeitete Orlando di Lasso im Sinne des damals sehr üblichen Kontrafaktur-Verfahrens eine ihm bekannte weltliche Melodie (etwa „L’amor donna chio te porto“), indem er diese abwandelte und den liturgischen Texten anpasste. Denkbar sind allerdings auch Anknüpfungspunkte an den Liebfrauendom in München oder an die Liebfrauenkapelle in Altötting, in deren Stiftsbibliothek die Messe schließlich auch aufgefunden wurde.

Die Messe wird mit zehn Sängern und fünf Bläsern (Dulzian, Posaunen, Pommern) musiziert. Dabei werden die Vokalstimmen im Stil der Zeit ‚colla parte’ von den Instrumentalisten begleitet.

Die Messteile werden rein vokal durch den Introitus-Choral und die sechsstimmige Marienmotette „Salve Regina“ ergänzt. Das sechsstimmige Bläserensemble mit Pommern (Vorläufer der Oboe), Dulzianen (Vorläufer des Fagotts) und historischen Posaunen musizieren Motetten der Zeitgenossen Ascanio Trombetti (1544-1590) und Cesario Gussago (1579 - 1612), einem der Schüler des Meisters Orlando di Lasso.