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Historische Aufführungspraxis seit 50 Jahren


Die Entwicklung der „Landshuter Hofkapelle“ lässt sich bis in die sechziger Jahre des 20. Jh. zurückverfolgen.

Damals (1965) gründete Hans Walch das Vokal- und Instrumentalensemble „Landshuter Hofmusik“. Mit diesem Ensemble wollte er die historische Aufführungspraxis der Musik um das Jahr 1475 wieder lebendig werden lassen. Dass dies gelang, bewiesen die vielen Konzerte „Musik um 1475“ zu den Aufführungen der Landshuter Hochzeit in den Folgejahren.

 Hans Walchs Bemühen erstreckte sich aber auch auf die gesamte Musik, die zu den Aufführungen erklang. So wurden in den folgenden Jahrzehnten das Instrumentarium und die Musikliteratur der Musikgruppen immer enger an die Originalzeit herangeführt. Ein herausragendes Ereignis und ein besonderes Verdienst Hans Walchs war die Neugestaltung des Tanzspiels mit originalen Tänzen und der historischen Musik der Zeit im Jahre 1975.

Ab dem Aufführungsjahr 2001 stellte sich dem Ensemble eine neue Aufgabe: Die „Landshuter Hofmusik“ mit Hans Walch als Leiter stand für die Aufführungen der „Musik um 1475“ nicht mehr zur Verfügung. Die Gruppe musste sich um den verbliebenen alten Kern neu formieren, nannte sich ,,Landshuter Hofkapelle“ und zeichnete künftig für die Aufführung der „Musik um 1475“ und die Tanzspielmusik der Landshuter Hochzeit verantwortlich.

Ziel der Umgestaltung des Ensembles war auch eine Verkleinerung gegenüber der früheren „Landshuter Hofmusik“ und damit eine größere Annäherung an originale mittelalterliche Ensembles. Dies zumal sich die „Landshuter Hofkapelle“ in vielfach wechselnden Besetzungen vorstellt. Eine Besonderheit des neu gebildeten Ensembles ist auch, dass alle Mitglieder sowohl singen als auch spielen. Da jeder zudem mehrere Instrumente beherrscht, kann die Landshuter Hofkapelle nahezu das gesamte mittelalterliche Instrumentarium erklingen lassen. (A. Huth)