Cantoccini

Cantoccini – die Kinderband der Landshuter Hofkapelle

Besonders freut es uns, dass auch bereits die Jüngsten das Musik-Fieber gepackt hat!
Cantoccini

Kinder der Landshuter Hofkapelle gründen eigene Band

Was machen Musiker, die während der Landshuter Hochzeit fast täglich im Einsatz sind, mit ihren Kindern? Für Susanne Kaiser von der Landshuter Hofkapelle war klar: Man nimmt sie möglichst mit. Das geht natürlich nicht immer und überall. Aber kürzlich hatte die sechsköpfige Band aus dem Nachwuchs der Hofkapelle während der Landshuter Hochzeit sogar einen eigenen Auftritt.

Dabei wurden die „Cantoccini“ ganz zufällig gegründet. Als Antonia Kaiser (12) ihrem Kinderarzt erzählte, dass sie demnächst eine eigens in Italien angefertigte Kinderfidel bekommen würde, um zusammen mit anderen Kindern zu musizieren. „Kurz darauf rief die Sekretärin von Doktor Herterich an, und wollte die Kinder für einen Auftritt bei einem Chefärztekongress in Landshut buchen“, erzählt Susanne Kaiser. Die Musikpädagogin und studierte Harfenistin hat die Kinder ihrer Mitmusiker in der Landshuter Hofkapelle schon in der musikalischen Früherziehung unterrichtet, mit ihrer eigenen Tochter Antonia und Sohn Florian (8). Alle Kinder erhalten aber mittlerweile zusätzlichen Unterricht auf verschiedenen Instrumenten.

Fragt man Susanne Kaiser, wie sie es geschafft hat, ihre Kinder zum Musikmachen zu motivieren, lacht sie nur und meint: „Wenn man etwas gerne und lustvoll macht, begeistert man auch die Kinder.“

Weil die Hofkapelle für ihre Konzerte „Musik zu des Fürsten Hochzeit“ und das Tanzspiel im Rathausprunksaal während der Landshuter Hochzeit sehr viele Proben hatte, waren die Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahren häufig dabei. Doch erst für den Auftritt beim Ärztekongress zusammen mit der Hofkapelle wurde die „Band“ mit Namen Cantoccini gegründet – und feierte einen ersten Erfolg. Ihr Repertoire besteht aus mittelalterlichen Kinderliedern wie „Jungfer mit dem roten Rock“, oder anderes eingängiges und historisch verbürgtem Liedgut mit Titeln wie „Branle les chevaux“ oder „Je vu le loup“ sowie zwei Ritterliedern aus späterer Zeit. Für die Kinder werden die Lieder jeweils in die passende Tonart transponiert.

Schon die Jüngsten wollten mitmachen

Eigentlich sollten bei der Nachwuchs-Band der Hofkapelle nur die vier älteren Kinder mitmachen, die auch schon bei der Kindergruppe der Landshuter mitmachen. Doch die jüngeren Geschwister waren bei jeder Probe dabei und wollten auch mitmachen. Jetzt schlagen Josefine (3) und Xaver (4) in der „Band“ Tambourin und Löffel. Die größeren Kinder haben sich bereits schwierigeren Instrumenten zugewandt: Antonia lernt seit sechs Jahren Geige, Erstklässlerin Johanna nimmt Harfenuntericht bei Susanne Kaiser, Florian trommelt und hat sich schon einiges bei den Schlagwerkern der Landshuter Hofkapelle, Robert Bösnecker und Josef Senftl, abgeschaut. Korbinian, der wie Florian in die zweite Klasse geht, lernt Gitarre und spielt bei den Cantuccini die Cister, ein mittelalterliches Zupfinstrument. Die gemeinsamen Proben verlaufen ohne Drill: Es komme schon mal vor, dass die Kinder keine Lust hätten, weil sie zusammen gerade etwas anderes spielen, sagt Susanne Kaiser. Andererseits machten ihnen die Auftritte viel Spaß, „und sie freuen sich über Anerkennung“.

Während die Cantoccini an den bisherigen Sonntagen im Innenhof der Alten Post in der Altstadt auch schon ein paar Auftritte mit den Schalmeienbläsern bestritten haben, ist die Nachwuchsformation beim Symposium der Förderer im Zeughaus erstmals offiziell im Rahmen der Landshuter Hochzeit aufgetreten. Anschließend durften die Kinder auch noch auf dem Zehrplatz aufspielen.

Danach hat sich Xaver besorgt bei Susanne Kaiser erkundigt, ob sie auch nach der Landshuter Hochzeit weitermachen würden. Sie konnte ihn beruhigen: Die Hofkapelle gebe es ja auch noch nach der Landshuter Hochzeit. (Rita Neumaier, LZ 18. Juli 2023)